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Der Begriff „Kolonie“ ist von dem lateinischen Verb „colere“ abgeleitet und bedeutet so viel wie „bebauen, Landwirtschaft betreiben“. Diese Herkunft spiegelt sich heute noch wider im Namen der Stadt Köln, die bei den Römern „Colonia Agrippina“ hieß.
Im Laufe der Jahrhunderte kam es immer wieder zu Völkerwanderungen, bei denen sich zahllose Menschen einer Nation aufmachten, um in der Ferne ihr Glück zu suchen. Dass dies nicht immer unblutig vonstatten ging, versteht sich von selbst. Denn die dort Ansässigen wollten das Feld meist nicht kampflos räumen.
Die Gründe für ein Leben außerhalb der heimischen Grenzen waren und sind so unterschiedlich wie die Menschen selbst. Und daher gibt es auch diverse Ausformungen des Kolonie-Begriffs. Fast alle gehen mit einer Unterwerfung der ursprünglichen Bevölkerung einher, die völlig entrechtet und zu Sklaven degradiert wird, sofern man sie nicht – wie die Indianer in den USA – fast völlig ausrottet.
Meist spricht man heute von einer Kolonie, wenn der Bezug zum Mutterland noch besteht, wenn also keine eigenständige Gesellschaftsform entsteht. Beide Seiten erhoffen sich wirtschaftliche Vorteile: die Siedler, weil sie finanzielle Unterstützung erhalten, und das Heimatland, weil es Profit aus den überseeischen Waren ziehen kann.
So entstanden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auch viele Kolonialwarenläden, in denen es so exotische Produkte gab wie Rohrzucker, Bohnenkaffee, Kakao, Schokolade und Reis. Diese kleinen Geschäfte sind zwar inzwischen fast völlig verschwunden, aber damals waren sie der Renner. Denn auf diese Weise konnte jedermann an die Köstlichkeiten aus Übersee gelangen.
Leider ließen es sich die Kolonialherren sehr gut gehen, während sie von den Einheimischen wahre Frondienste verlangten. Auch machten sie von der Prügelstrafe und anderen Züchtigungen Gebrauch, obwohl dies in der Heimat längst verboten war. Und wenn die Ursprungsbevölkerung doch mal gegen diese Behandlung aufbegehrte, schlug man diese Revolten mit Waffengewalt nieder.
Vor diesem Hintergrund und aus unserem heutigen Verständnis bekommt die Werbung, mit der viele Hotels in beliebten Ferienregionen ihre Häuser „im Kolonialstil“ anpreisen, einen merkwürdigen Beigeschmack. Gewiss, die leichte Bauweise mit viel Holz lädt regelrecht zum Entspannen ein. Aber sich dabei von versklavtem und entrechtetem Personal bedienen lassen? Wohl kaum!
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Aktualisiert (Donnerstag, den 06. Januar 2011 um 08:54 Uhr)
