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Start Zur Zeit des Kaiserreichs Deutsch-Witu

Deutsch-Witu



Pate ist eine Insel vor der ostafrikanischen Küste. Der dort regierende Sultan fürchtete den Expansionswillen seines Kollegen auf Sansibar und verlegte 1858 seinen Regierungssitz nach Witu auf dem Festland. Leider war er auch dort nicht sicher und bat etwa 20 Jahre später die deutschen Afrikaforscher Clemens und Gustav Denhardt um den Schutz durch das Deutsche Reich. Dass er damit vom Regen in die Traufe kommen sollte, war ihm natürlich nicht bewusst.

 

Das 1.600 qkm große Gebiet um Witu, das die Brüder für die eigens gegründete Tana-Gesellschaft erwarben, erhielt 1885 tatsächlich den deutschen Schutzbrief. Dieser Vorgang rief den Sultan von Sansibar auf den Plan, der durch das kurz zuvor erlassene Dekret Wilhelms II. bereits Ansprüche im damaligen Deutsch-Ostafrika verloren hatte. Sein Widerstand brach allerdings angesichts deutscher Kriegsschiffe.

 

Es gab nur wenige deutsche Siedler in Witu. Sie lebten recht bescheiden von einigen Plantagen, deren Erträge sie nach Deutschland verkauften. Dies gestaltete sich aber deshalb schwierig, weil die Dampfschiffe nur selten den eigens eingerichteten Hafen von Lamu ansteuerten. Das bedeutete, dass die Waren in Mombasa verladen werden mussten, was nicht nur viel Zeit kostete, sondern noch weit mehr Geld verschlang. Und die Finanzen waren in Witu ohnehin begrenzt, zumal die deutsche Regierung keinerlei Investitionen fördern wollte.

 

Das Jahr 1890 stellt einen Wendepunkt dar. Die Tana-Gesellschaft war endgültig bankrott und wurde von der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft geschluckt. Noch bedeutsamer war der in diesem Jahr mit England geschlossene Helgoland-Sansibar-Vertrag. Danach verzichtete Deutschland offiziell auf seine Ansprüche in dieser Region und übertrug sie auf die Briten.

 

Einige deutsche Siedler widersetzten sich diesem Abkommen und wurden kurzerhand erschossen. Auch Gustav Denhardt versuchte verschiedentlich, seine Aktivitäten in Witu wieder aufzunehmen. Aber man deportierte ihn nach Indien.

 

Die wenigen Jahre deutscher Präsenz in Witu haben zwar die afrikanischen Herrscher und die Bevölkerung sehr drangsaliert, konnten aber dennoch zu keinem wirtschaftlichen Erfolg führen.

 

Inzwischen gehört Witu zu Kenia und profitiert vom Tourismus.

 

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Aktualisiert (Dienstag, den 04. Januar 2011 um 19:46 Uhr)

 
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