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Start Zur Zeit des Kaiserreichs Togoland

Togoland



Die ehemalige Kolonie Togoland erstreckt sich über das heutige Togo und eine kleinen Teil des heutigen Ghana. Vor der Inbesitznahme durch die Kolonialmächte war es in mehrere kleine Königreiche aufgeteilt. Bereits um die Mitte des 19. Jahrhunderts hatten deutsche Kaufleute dort küstennah Handelsniederlassungen gegründet, um die begehrten Waren nach Deutschland verschiffen zu lassen.

 

Aus Sicht der Händler war es nur eine logische Konsequenz, mit den afrikanischen Herrschern Schutzverträge abzuschließen, wodurch ab 1884 nach und nach das gesamte Gebiet unter das Protektorat des Deutschen Reichs gestellt wurde. Zwar begehrten einige Gruppen Einheimischer gegen diese Bevormundung auf, aber sie konnten schnell mit Waffengewalt zum Schweigen gebracht werden.

 

In der Zeit der deutschen Kolonialherrschaft entstand ein reger Handel: Aus dem Land wurden besonders diverse Produkte der Palmen, Mais, Kautschuk und Baumwolle, aber auch das begehrte Elfenbein und lebende Tiere sowie deren Felle nach Deutschland exportiert. Geringeren Einfluss hatten Kakao, Kaffee und Pfeffer. Im Gegenzug benötigte man in Togoland Eisenwaren, Hölzer, Tabak und Textilien.

 

Immerhin entwickelte sich durch diese „Tauschgeschäfte“ eine nahezu ausgeglichene Bilanz für die Kolonie, während für das Mutterland die Einkünfte eher bescheiden waren. Aber zumindest wurden die Ausgaben lange Zeit gedeckt.

 

So konnten die deutschen Herren auch eine angemessene Infrastruktur aufbauen lassen; vor allem ein vergleichsweise dichtes Schienennetz und regelmäßige Schiffsverbindungen erleichterten den Handel sehr. Zudem gab es bereits ab 1894 eine telegraphische Verbindung nach Deutschland.

 

Wegen der entspannten Finanzlage wurde damals Togoland als Musterkolonie bezeichnet, denn im Gegensatz zu den anderen deutschen Schutzgebieten stellte es kein Minusgeschäft für das Deutsche Reich dar. Auch heute sieht man die Zustände in Togoland häufig noch als vorbildlich, und zwar hinsichtlich der Situation der Einheimischen. Die war zwar tatsächlich weitaus besser als in anderen Kolonien, denn die Deutschen kümmerten sich um das Gesundheitswesen, von dem sogar die Afrikaner profitierten. Außerdem bauten sie das Schulsystem aus und schafften 1902 die Haussklaverei ab.

 

Aber de Zustände waren für die Afrikaner trotz all dieser Erneuerungen weiterhin katastrophal: Die Prügelstrafe war nach wie vor an der Tagesordnung (und erlaubt), und die ab 1907 einsetzenden Überlegungen für ein eigenes „Eingeborenenrecht“ verliefen letztlich im Sande. Kein Wunder, denn dadurch wären die Rechte der Kolonialherren deutlich beschnitten worden.

 

In den ersten Jahren des 20.Jahrhunnderts begann ein allmählicher Niedergang. Die Einnahmen aus Togoland flossen nicht mehr so üppig wie noch zuvor. Denn dort man hatte übersehen, dass die landwirtschaftlichen Flächen nicht uneingeschränkt Erträge abwerfen, sondern dass die Böden allmählich ausgelaugt werden, weil sie keine Nährstoffe mehr haben. So fielen die Ernten immer geringer aus. Vor allem aber hatte man nahezu sämtliche Elefanten abgeschossen, der Elfenbeinexport kam zum Erliegen. Auch die anderen exotischen Tiere waren vom Aussterben bedroht.

 

Bevor man in Deutschland die Notbremse hätte ziehen können, brach der 1. Weltkrieg aus. Das Deutsche Reich hatte sich zuvor wenig um die Kolonie gekümmert und auch nur ein Mindestmaß an Schutztruppen dorthin entsandt. So fiel die Kolonie schon sehr bald in britische Hand, wobei die Engländer das Land später zwischen sich und den Franzosen aufteilten.

 

Nach dem 2. Weltkrieg schließlich wurde das ehemalige Togoland zunächst zum Treuhandgebiet der UNO erklärt, während der britische Teil 1956 Ghana angegliedert wurde. Vier Jahre später erhielt das bislang französische Gebiet als Togo seine Unabhängigkeit.

 

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Aktualisiert (Dienstag, den 04. Januar 2011 um 19:45 Uhr)

 
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